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Ascona Sprintkartenanalyse

Beim Sprint in Ascona (H18, 4.Nationaler OL) hatte ich einen Fehler gemacht auf den 14. Posten. Man musste sich zwischen zwei Routen entscheiden. Die Erste führte rechts um die Kirche herum, durch den Durchgang und dann alles gerade aus, um den Zaun und dann zum Posten. Die zweite Route, etwas komplizierter, dafür aber kürzer, führt westlich entlang der Kirche, durch den Durchgang und dann um das Haus herum zum Posten. Ich wählte die kürzere mit der Idee, durch den ersten Durchgang zu gehen. Diesen verpasste ich aber und wollte dann durch den zweiten gehen. Doch dieser war in meinen Augen auch sehr merkwürdig, so dass man wieder zurücklaufen musste um in den Innenhof zu gelangen. Dort angekommen war ich dann komplet neben der Sache und lief ein Stück die Allee hinunter. Als ich meinen Fehler bemerkte, kehrte ich um und verpasste den zweiten Durchgang erneut. Erst später wurde mir klar, dass es die Tür sein musste. Ich verlor ganze 40s zu diesem Posten.

Meine Route:

Die leere Karte mit den Fotostandorten: (für Grossansicht anklicken)

Fotos aus dem Gelände: (von links nach rechts 1-5 in der oberen Karte)


Nach dem Lauf gingen wir H18 Läufer diesen Abschnitt nochmals anschauen. Nach der Besichtigung waren wir alle der Meinung, dass die Karte nicht stimmte oder unpassend gezeichnet war. Wir sprachen danach zufälligerweise mit dem Präsidenten der Kartenkomission (Peter Oehy). Er meinte, dass man die Karte nicht besser darstellen könne. Es sei die beste Variante gewählt worden. Wir akzeptierten diese Antwort natürlich nicht und versuchten unseren eigenen Vorschlag zu zeichnen. In Zusammenarbeit mit Nico Brechbühl und Robert Meier (Kartenaufnehmer) entstand ein ganz neuer Vorschlag für diesen Kartenbereich. Das Ziel war es, die Karte möglichst benutzerfreundlich für den Läufer zu gestalten. Wir verschoben bewusst Mauern um bis zu 20m, um für den Innenbereich und die Durchgänge Platz zu schaffen.

So sah unser Vorschlag aus:


Robert Meier meinte danach, dass wir diesen Vorschlag dem Kartenaufnehmer schicken sollten als konstruktive Kritik. So
verschickten wir die Karte anschließend an den Bahnleger (Fausto Tettamanti) und an den Kartenkonsulenten (Francesco Guglielmetti). Schnell bekamen wir eine Antwort vom Konsulenten. Hier möchte ich mich auch nochmals bedanken für seine Auskünfte und seine Zeit, die er für uns aufgeopfert hat.

Er meinte es sei sehr schwierig eine Sprintkarte herzustellen, die in der Qualität genügend hoch ist, um den Läufer zu befriedigen. Er selbst habe sich intensiv mit dieser Problematik schon sehr lange auseinandergesetzt. Da er aus Fairnessgründen (er wollte den Sprint auch laufen) nicht selbst in der Stadt war, kontrollierte und besprach er die Karte mit Fausto und dem Bahnleger am Tisch oder per Telefon. Eine solche Vorgehensweise sei üblich bei einem erfahrenen Kartenaufnehmer wie Fausto.
Francescos Erfahrung mit Darstellungsproblemen zeigte sich anhand der Kartengeschichte. Francesco:Die erste Version mit den Passagen habe ich zurückgewiesen.Dann kam die zweite Version (mit “breiten” Eingängen statt Durchgängen) und schlussendlich die Dritte (definitive).

Hier die Versionen: (1-3)

Auf unseren Vorschlag kommentierte er: „Deine Version ist für mich nicht OK, da zu kompliziert. Die kleine Ecken nützen nichts und erschweren die Lesbarkeit (trotz Mindestabständen …), ebenfalls die feinen Treppen unter dem Vordach. Erfahrene Kartenaufnehmer wissen, dass man mehr vereinfachen muss.

Wir waren einverstanden. Wenn man unsere Karte ausdruckt, konnte man die Details wirklich nicht mehr erkennen. Wir hatten bei unserem Beispiel jedoch die mindest Abstände von 0.4mm eingehalten. Jedoch war die Karte immer noch sehr unleserlich. Francesco machte aber noch einen eigenen Vorschlag:

Dieser Vorschlag hat uns sehr gut gefallen. Die Durchgänge sind jetzt klarer, stimmen in den Richtungen und Längen und man versteht es beim Rennen. Einzig der überdachte Eingang gefiel mir noch nicht. Wie im oberen Bild zu erkennen ist, ist der Durchgang bedeutend kleiner und nicht wie auf der Karte gemessene sechs Meter. Francesco konnte sich verständlicherweise nicht mehr an die Stelle erinnern, da während des Wettkampfes alles zu schnell ging. Wir fanden aber, dass der Durchgang kleiner dargestellt werden müsste, da man ihn sonst verpasst beim Vorbeirennen.

Beim zweiten Kritikpunkt hatten wir nicht die gleiche Meinung. Kurz wieder zur Situation: Eine Höhenkurvenlinie verlängert ein Mauerdurchgang (siehe Kartenvorschlag). Im Rennen sahen machen Läufer den Durchgang nicht. Robert Meier fand, dass man diese Höhenkurvenlinie ohne Weiteres ein wenig verschieben könne, um die Leserlichkeit zu verbessern. Francesco war da anderer Meinung:Da bin ich eher hart. Du hast recht, deine Darstellung ist ganz klar, aber man kann nicht erwarten, dass man alle Höhenkurven durchsucht und am bestgeeigneten Ort verschiebt (Richtlinien sagen, die Höhenkurven sollen auf den Treppen unterbrochen werden, und dies ist in Ascona gemacht worden). Ein Läufer, der den Durchgang nicht gesehen hat, ist sicher auch selber schuld, und kann nicht gegen die Karte klagen, um seinen Fehler zu gerechtfertigen.“ In einem zweiten Mail sagte er: „Höhenkurven verschieben kann man immer, erkennen wo Lesbarkeit- oder Interpretationsprobleme auftauchen können (und dann Maßnahmen treffen, wie z.B. HK verschieben) ist viel schwieriger…“. Wir sind der Meinung, dass wenn man das Problem erkennt, dies auch beheben sollte. Am Ende sollte ja immer der Läufer den Nutzen daraus ziehen. Wir können aber verstehen, dass man nicht alle Höhenkurven verändern und anpassen kann. Das wäre eine zu grosse Arbeit.


Ich hoffe ich kann mit meinem Artikel eine kleine Diskussion anregen:

- Wie fandet ihr die Karte?

- Wie findet ihr den neusten Vorschlag von Francesco?

- Sollten Sprintkarten eher detailiert sein oder vereinfacht wie in Ascona?

Antworten per:
Kommentarformular (siehe rechte Spalte) 
Twitter @lukasschubnell
Mail olcwfeed@hotmail.com

Vielen Dank ASTi Ticino für die Karten und die Auskünfte von Francesco! ls

(Quelle: ofeed)